Auch am 2. Wochenende blieb es mir vergönnt in Montreal zu bleiben. Ich organisierte meine eigene Tour nach Quebec City. Nach den nervenaufreibenden ersten 30 Minuten auf der letzten Tour wollte ich mir ähnliches ersparen und zog auf eigene Faust los.
Direkt nach der letzten Prüfung am Freitag nahm ich den nächsten Bus nach Quebec City. Die Fahrt dauerte ca. 4 Stunden und führte grösstenteils am St. Lorenzstrom entlang. In Quebec angekommen checkte ich im Hostel ein. Ich bekam Bett Nr. 5 im Zimmer 205 zugeteilt. Ich schloss jedoch nur kurz mein Gepäck ein um mich danach ins Nachtleben zu stürzen. Man glaubt es kaum aber auch an meinem 3. Wochenende in Folge war ich Gast an einer GayParade! Um von dem ganzen farbigen Trubel ein wenig zu fliehen verkroch ich mich in die einsamste und wahrscheinlich älteste Bar von Quebec City. Den Tipp entnahm ich aus meiner neuen Bibel: Lonely Planet Kanada.
Nach wenigen Minuten kam ich mit einem Amerikaner aus New York ins Gespräch und ca. 5 Bier später fanden wir heraus, dass wir im gleichen Hostel und sogar im gleichen Zimmer wohnen 🙂 Wie klein die Welt doch ist.
Um ca. 12 Uhr war für mich trotz Jazzband Zeit fürs Bett. Am nächsten Tag habe ich mich mit Derek auf eine Biertour verabredet. Quebec ist bekannt für seine unzähligen Mikrobrauereien. Somit stand auch der 2. Tag in Quebec ganz im Zeichen des Bieres. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt und einem überteuerten Drink im „Cheatau de Frontenac“ landeten wir also in der ersten Brauerei. Leider war es auch die letzte. In Quebec hat das Bier bis zu 10% Alkohol und da ich am nächsten Tag eine „Whalewatching“ Tour gebucht hatte, wollte ich nichts riskieren.
Um 08:45 wurde ich also am nächsten Tag vor dem Hostel von einem Bus abgeholt. Die Fahrt sollte ca. 3 Stunden dauern und uns durch die Region „Charlevoix“ führen. Jeder hat mir versichert, dass man zu 95% Wale sichten werde. Ich hatte trotzdem grosse Angst, zu den anderen 5% zu gehören.
Diese Angst war jedoch vollkommen unbegründet. Schon nach wenigen Minuten auf dem Zodiac bekamen wir die ersten schneeweissen Belugas zu sehen. Nach weiteren 10 Minuten tauchten Buckelwale auf und wieder ab. Zum Schluss sahen wir auch noch Blauwale, Finnwale und Seehunde. Leider kam zum Ende der ca. 3 stündigen Zodiac Tour auch meine alte Bekannte wieder zum Vorschein. Die Seekrankheit. Zu allem übel dachte ich wieder einmal ich sei schlauer als der Rest Welt und verzichtete auf lange Hosen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass man bei knapp 25 Grad frieren kann – jedoch war das Wasser nur leicht über 0 Grad und die Gischt dementsprechend kalt. Den Rest kann man sich ausdenken. Die Rückfahrt war leider nicht mehr so angenehm wie die Hinfahrt und ich war dankbar für den Platz bei der Bustoilette.